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Rentenlücke berechnen

Bedarf und erwartete Einkünfte gegenüberstellen

Eine Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem monatlichen Einkommen, das Sie im Ruhestand benötigen oder wünschen, und den erwarteten Alterseinkünften. Sie ist eine persönliche Planungsgröße, keine einheitliche Quote. Erfassen Sie zunächst Ihre voraussichtlichen Ausgaben und vergleichen Sie diese mit der gesetzlichen Rente, einer Betriebsrente, privaten Renten sowie weiteren regelmäßigen Einnahmen.

Bruttoleistungen und verfügbares Einkommen trennen

Die Renteninformation nennt Bruttowerte. Auch betriebliche und private Renten können brutto ausgewiesen sein. Für den Vergleich mit dem Haushaltsbudget müssen mögliche Steuern und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt werden. Die tatsächliche Höhe hängt von Rentenbeginn, Einkommen, Versicherungsstatus und künftigen Regeln ab. Stellen Sie daher Bruttoleistungen nicht unmittelbar einem heutigen Netto-Budget gegenüber.

Beispiel mit klaren Annahmen

Angenommen, eine Person setzt ihren heutigen monatlichen Bedarf mit 2.400 Euro netto an. In heutiger Kaufkraft sollen später 80 Prozent davon, also 1.920 Euro netto monatlich, zur Verfügung stehen. Die persönliche Planung schätzt die erwarteten Netto-Alterseinkünfte in heutiger Kaufkraft auf 1.650 Euro. Daraus ergibt sich rechnerisch eine monatliche Lücke von 270 Euro netto in heutiger Kaufkraft (1.920 minus 1.650 Euro). Das Beispiel ist eine Rechenillustration: Es unterstellt bereits vergleichbare Nettowerte und berücksichtigt weder individuelle Steuer-/Beitragsänderungen noch Renditen, Kosten oder Veränderungen im Ausgabenverlauf.

Inflation verändert den nominalen Betrag, der später nötig ist, um dieselbe Kaufkraft zu erreichen. Bei einer angenommenen jährlichen Inflation von zwei Prozent entsprächen 1.920 Euro heutiger Kaufkraft nach 20 Jahren rechnerisch rund 2.850 Euro nominal pro Monat (1.920 × 1,02²⁰). Die angenommene Inflationsrate dient hier ausschließlich der Beispielrechnung. Für eine belastbare Planung sollten heutige Kaufkraft und spätere nominale Zahlungen getrennt ausgewiesen werden.

Vorsorgebeiträge aus der Lücke ableiten

Eine monatliche Einkommenslücke lässt sich nicht eins zu eins in eine Sparrate übersetzen: Ansparzeit, Anlageverlauf, Gebühren, Steuern und Auszahlungsdauer wirken mit. Vergleichen Sie Szenarien mit vorsichtigen Annahmen und aktualisieren Sie die Planung, wenn sich Einkommen, Familienlage oder Rentenbeginn ändern. Die Renteninformation, eine mögliche Betriebsrente und persönliche Finanzplanung liefern wichtige Eingangsgrößen.

Ausgaben im Ruhestand realistisch schätzen

Die Ausgaben verändern sich mit Wohnsituation, Mobilität, Gesundheit und Freizeit. Manche Kosten sinken, andere steigen oder bleiben dauerhaft bestehen. Trennen Sie feste Zahlungen, variable Ausgaben und geplante Einmalbeträge. Beziehen Sie auch regelmäßige Einnahmen außerhalb von Renten ein. Werden beide Seiten in heutigen Euro und mit derselben Inflationsannahme dargestellt, ist die Größenordnung einer möglichen Lücke verständlicher und kann mit unterschiedlichen Zeitpunkten für den Ruhestand verglichen werden.